Beppu, eine Küstenstadt auf der japanischen Insel Kyūshū, ist berühmt für ihre außergewöhnliche Geothermalaktivität. Sie gilt als eine der Hot-Spring-Hauptstädte der Welt: Mehr als 2.000 heiße Quellen sprudeln hier aus dem Boden, und nirgendwo in Japan steigt mehr Dampf in den Himmel. Neben den klassischen Onsen-Badeerlebnissen gibt es eine besondere Attraktion, die sogenannten „Sieben Höllen von Beppu“ (Beppu Jigoku).

Diese „Höllen“ sind keine Badeanlagen, sondern extrem heiße, teilweise farbenprächtige Thermalquellen, die man nur betrachten darf – ein Bad würde hier wörtlich die Haut kosten. Jede der sieben Jigoku hat ihre eigene Farbe, Temperatur und Atmosphäre:

  1. Umi Jigoku (Meeres-Hölle) – Ein tiefblaues, fast tropisch wirkendes Becken mit etwa 98 °C heißem Wasser. Die Farbe täuscht, Baden ist unmöglich.
  2. Oniishibozu Jigoku (Mönchsglatzen-Hölle) – Graue, blubbernde Schlammpools, deren Blasen an kahlgeschorene Mönchsköpfe erinnern.
  3. Shiraike Jigoku (Weiße-Teich-Hölle) – Milchig-weißes Wasser, das durch Kalkablagerungen seine Farbe erhält.
  4. Kamado Jigoku (Kochkessel-Hölle) – Mehrere Becken mit unterschiedlichen Temperaturen, an denen früher Speisen im heißen Dampf gegart wurden.
  5. Oniyama Jigoku (Dämonen-Berg-Hölle) – Bekannt für ihren gewaltigen Dampfdruck und eine große Krokodilhaltung, die von der Wärme profitiert.
  6. Chinoike Jigoku (Blut-Teich-Hölle) – Leuchtend rot gefärbtes, 78 °C heißes Wasser durch Eisenoxid – sieht aus wie ein Pool aus Lava.
  7. Tatsumaki Jigoku (Geysir-Hölle) – Ein Geysir, der regelmäßig alle 30–40 Minuten ausbricht und Wasser bis zu 20 Meter hoch schießt.

Die Sieben Höllen sind heute eine Mischung aus Naturwunder und touristischer Inszenierung, eingebettet in hübsch gestaltete Gartenanlagen, kleinen Tempeln und manchmal sogar Imbissständen, an denen man Eier, Pudding oder Süßkartoffeln probieren kann – natürlich im heißen Quellendampf gegart.